Umgangsrecht

Neben dem Sorgerecht ist das Umgangsrecht ein zentraler Punkt, der zum Wohle des Kindes geregelt werden muss. Denn das Recht, das Kind regelmäßig zu sehen und Zeit zusammen zu verbringen ist zwangsläufig mit dem Wohlbefinden und der Förderung des Kindes verbunden. Auch die Veränderung der Lebenssituation für das Kind und die damit verbundenen psychischen Belastungen, etwa durch Trennung und Scheidung der Eltern, können dadurch abgemildert werden, dass immer noch der Kontakt zu beiden Elternteilen aufrecht erhalten wird.

Mit einer einvernehmlichen Lösung der Elternteile innerhalb einer Umgangsvereinbarung kann für alle Betroffenen Klarheit geschaffen werden. Hier kommt es darauf an, ausgelegt am Kindeswohl und Interessen der Elternteile Umgangstermine und deren Dauer über einen längerfristigen Zeitraum fair und eindeutig festzulegen.

Bei der Ausformung einer solchen Umgangsvereinbarungen gibt es zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Als herkömmliche Gestaltung des Umgangs gilt das Residenzmodell. Hierbei hat das Kind bei einem Elternteil den festen Wohnsitz, bei dem anderen Elternteil ist lediglich der Besuch vorgesehen. Demgegenüber sieht das Wechselmodell vor, dass das Kind gleichberechtigt  den Wohnsitz abwechselnd bei beiden Elternteilen bezieht. Inzwischen wählen Eltern aber auch immer häufiger das Nestmodell. Hier bleibt es bei einem Familienheim als „Nest“ für die Kinder, in dem diese ihren ständigen Aufenthalt haben, während die Eltern abwechselnd bei den Kindern leben.

In der aktuellen Corona-Zeit stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, was mit getroffenen Umgangsvereinbarungen geschieht. Schwierigkeiten können bei der Realisierung des Umgangsrechts insbesondere Ausgangssperren darstellen. Fraglich kann hier sein, ob wegen dieser Ausgangssperren Umgangskontakte verweigert werden können.

Nein, denn Verwandte in gerader Linie, also Väter bzw. Mütter dürfen sich mit ihren Kindern weiterhin gemeinsam in der Öffentlichkeit und selbstverständlich auch Zuhause aufhalten. Eine potenzielle Ansteckungsgefahr rechtsfertigt keine Verweigerung von persönlichem Umgang. Auch der bloße Verdacht oder die Behauptung, das Kind könne mit dem Virus infiziert sein, reicht nicht aus, um Umgangskontakte auszusetzen. Wenn der umgangsberechtigte Elternteil allerdings nachweisbar die geltenden Abstandsregeln ignoriert und Sozialkontakte nicht einschränkt, gefährdet er damit auch das Kind. In einem solchen Fall kann die Mutter/der Vater den Umgang unterbinden. Der bloße Verdacht oder die Behauptung reicht hierfür jedoch nicht aus.

Sollte das Kind oder ein Elternteil allerdings Erkältungssymptome aufweisen oder zu einer Risikogruppe gehören, kann es sinnvoll sein, den Umgang zunächst auszusetzen. Der Umgang muss dann später nachgeholt werden.

Schule und Kindergärten sind aktuell teilweise geschlossen. Fraglich können hier die Auswirkungen auf das Umgangsrecht sein. Die Situation entspricht faktisch der Ferienregelung in einer getroffenen Umgangsvereinbarung. Die schul-/kindergartenfreie Zeit ist grundsätzlich fair auf beide Elternteile zu verteilen. Entscheidend ist hierfür allerdings die jeweilige Arbeitssituation eines jeden Elternteils. Praktisch umsetzbar ist die „Ferienregelung“ in Corona-Zeiten nur, wenn beide Elternteile eine Betreuung sicherstellen können.

Anstelle der dann ausgefallenen persönlichen Umgangskontakte sollten zusätzlich Telefontermine oder Kontakt über Skype vereinbart werden.
Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine einvernehmliche Einigung der Eltern. Die Eltern müssen sich abstimmen – notfalls über ihre Anwälte. Es geht beim Umgang um Kindeswohl und nicht um Papa-noch Mamawohl. Kinder lieben beide Elternteile und brauchen die Nähe von beiden.

Der Umgang mit Großeltern sollte in Corona Zeiten – zum Schutz der Großeltern ausgesetzt werden. Der Umgang wird dann nachgeholt.

Umgang in den Zeiten von Corona 

nach Márquez

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Angelika Herfurth,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht

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